So kam ich unter die Deutschen

Jochanan Trilse-Finkelstein - Die Saga
Von: Trilse-Finkelstein, Jochanan
Araki, 2017, ca. 680 Seiten, gebunden

ISBN: 978-3-936149-25-8

48,00 €

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Jochanan Trilse-Finkelstein wurde 1932 in Breslau, dem heutigen Wrocaw, geboren und verstarb am 23.3.2017 in Berlin. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee bestattet.
Er war Autor zahlreicher Schriften im Bereich Theater; einer seiner Publikationsschwerpunkte war das Werk Heinrich Heines (Vgl. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek).
 
Bei dem nachgelassenen Text handelt es sich um eine Erzählung, einen literarischen Text, der sowohl zeitgeschichtliche Reflexionen wie auch autobiographische Züge und Näherungsversuche enthält. Er stellt jedoch keine Autobiographie dar, die im Einzelnen historisch abprüfbar wäre, sondern ist als Kunst mit allen Freiheiten und Ausdeutbarkeiten zu lesen.
 
Jochanan Trilse-Finkelstein wollte, dass der Text der in der Shoah ausgelöschten Familie speziell der Mutter gewidmet wird. Jedoch, in den zahlreichen Bezugnahmen auf das kollektive Erinnern der Opfer und ihrer Nachfahren, stellt er auch ein Denkmal für alle Opfer der Shoah dar. Es ist ein engagierter Text gegen Faschismus, Krieg, Shoah und Genozid entstanden, der Zusammenhänge des organisierten Antisemitismus in der europäischen Geschichte tiefgründig reflektiert.
 
Behandelt werden die Kindheit und Jugend von Jochanan Trilse-Finkelstein:
Er erzählt von dem familiären Hintergrund in Österreich, Galizien und Polen sowie den Umständen, die die Familie 1933 zum Exil veranlassten. Des Weiteren werden verschiedene Exilstationen erzählt, die nicht durchgehend als autobiographisch aufzufassen sind. Nach der Zeit der Familie in Jugoslawien kehrten die Eltern, Dr. med. Dr. med. dent. Jerzy Trilse und Esther Trilse geb. Finkelstein, nach Wien zurück. Jochanan Trilse-Finkelstein trägt Reflexionen zum Verhältnis von Stalin und Tito in der damaligen Zeit in seine Ausarbeitungen. Schulzeit und Studienzeit in Wien (Fischer), Frankfurt (Adorno), Leipzig (Bloch, Mayer) und Jena folgen. Jochanan Trilse-Finkelstein wurde später an den Universitäten Jena, Rostock und Greifswald promoviert und habilitiert. 
Im Zusammenhang speziell mit der Studienzeit werden allgemeine kulturpolitische Diskurse in der damaligen, vor allem früheren DDR aus einer sehr individuellen und alternativen Sicht beleuchtet. Jochanan Trilse-Finkelstein lebte über Jahrzehnte in Berlin, arbeitete sowohl für verschiedene Kulturinstitutionen – die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten Weimar, dort schwerpunktmäßig an der Heine-Säkularausgabe, diverse Zeitungen und Zeitschriften und den Henschelverlag Berlin im Fachbereich Theater. Die längste Zeit seines Berufslebens über war er freischaffender Autor. Er schuf ein umfangreiches Werk, das im Anhang des Buches aufgeführt ist. In der DDR-Zeit unterhielt er zahlreiche Kontakte im Kulturbereich und war Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR, des Verbandes der Autoren Österreichs, des Verbandes Deutscher Schriftsteller der BRD, der Academy of Science New York, des PEN-Clubs sowie Mitbegründer und Vorstand des „Jüdischen Kulturvereins“. Wie inzwischen zeitgeschichtlich aufgearbeitet und auch der eigenen Aussage nach war er zu keiner Zeit informeller noch sonstiger Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Er war nach dem Berliner Gesetz über die Anerkennung und Versorgung der politisch, rassisch oder religiös Verfolgten des Nationalsozialismus (PrVG) anerkannter Verfolgter des Naziregimes (VdN). 
Der Text enthält interessante Passagen zum Leben von Juden in der frühen DDR und speziell auch zur Biographie seiner Mutter in Erfurt, die die Systemauseinandersetzungen dieser Zeit widerspiegeln.
 
Er ist in vier Kapitel und ein Fragment (frühe Berufsjahre) aufgegliedert. Der mit zahlreichen Anmerkungen versehene Text enthält neben erzählenden Passagen auch Nachschriften von Gesprächen, die die Co-Autorin mit ihm führte.
Es folgen ein Werkverzeichnis, ein Verzeichnis der für die Ausarbeitung verwendeten Literatur sowie ein Personenregister.



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