Eltern-Kind-Singen


Von: Weber, Ernst Waldemar
Ceterum Censeo, 2009, 135 S., m. Abb., kartoniert

ISBN: 9783033019553

17,80 €

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In den letzten Jahren ist sich die Öffentlichkeit mehr und mehr bewusst geworden, dass die frühe Kindheit für das weitere Leben von entscheidender Bedeutung ist, weil das Kind in den ersten Lebensjahren sehr rasch und sehr viel lernt. Frühförderung ist angesagt, und besorgte Eltern fragen sich, was sie tun müssen, um ihrem Kind den Weg zu ebnen. Der Markt bietet ihnen eine Überfülle von Förderprogrammen und Lernspielzeugen an, und sogar Erziehungsminister schalten sich ein und postulieren Sprachschulungen für Dreijährige.

Doch hier ist äusserste Vorsicht geboten – und eine Einmischung des Staates während der ersten vier Lebensjahre sollte ohnehin gänzlich tabu sein. Natürlicherweise verläuft die Sprachentwicklung über spielerische Eltern-Kind-Interaktionen, und diese intuitive elterliche Früherziehung dürfte auf keinen Fall gestört werden. Im Gegenteil: die Eltern müssten dazu ermuntert werden, den genuinen erzieherischen Kompetenzen, die ihnen als Eltern eines Kleinkindes auf rätselhafte Weise zufliessen, zu vertrauen und sich auf das Spiel mit dem Kind einzulassen. Sie werden dabei eine "positive Gegenseitigkeit" mit dem Kind erfahren und so dessen integrative und kommunikative Fähigkeiten entwickeln helfen.

Eine wunderbare Möglichkeit dazu ist das Singen mit den Kindern. Es bietet sich auch deshalb an, weil es die musikalischen Komponenten der Sprache sind (Melodie, Rhythmus, Betonungen, Dynamik, Pausen) die es dem Kind erst ermöglichen, die Sprache zu erlernen, und vielleicht liegt darin der Grund, dass alle Kinder das Singen mit den Eltern so heiss lieben.
Eltern, die glauben, nicht singen zu können oder die keine geeigneten Lieder, Verslein, Kniereiter, Trost- und Schlaflieder kennen, können das alles erlernen im Eltern-Kind-Singen. Das in nordischen Ländern schon länger, in der Schweiz seit neun Jahren systematisch gepflegt wird. Eltern-Kind-Singen darf nicht verwechselt werden mit Spielgruppen oder mit kommerziellen Angeboten von Musikkonzernen (die dazu Schnellkurse für "Trainer" anbieten): Es besteht in sorgfältig vorbereiteten Lektionen von sorgfältig ausgebildeten Leiterinnen mit Live-Musik und eigenem Singen.

Dieses Buch gibt nicht nur Einblicke in das Eltern-Kind-Singen, wie es in der Schweiz mit zunehmendem Erfolg gepflegt wird, es erteilt das Wort auch namhaften Forschern aus der Pädagogik, der Psychologie und den Neurowissenschaften. Und über zwei Jahrhunderte hinweg erweist sich sogar auch Heinrich Pestalozzi als engagierter Befürworter des Eltern-Kind-Singens.
Mit Beiträgen von Karl Adamek, Heinrich Pestalozzi, Joachim Bauer, Hellmuth Petsche, Kristine Fischer, Isabella Steffen-Meister, Lutz Jäncke, Margrit Vonaesch, Helmut Moog und Ernst Waldemar Weber.

Aus dem Inhalt:
- Heinrich Pestalozzi: Über den Sinn des Gehörs, in Hinsicht auf Menschenbildung durch Ton und Sprache
- Isabella Steffen-Meister: Singen und Musizieren mit Eltern und Kindern
- Helmut Moog: Das Musikerleben des Kindes im zweiten Lebensjahr
- Hanus Paousek: Spiel in der Wiege der Menschheit
- Hellmuth Petsche: Eltern-Kind-Singen - Betrachtungen eines Neurophysiologen
- Lutz Jäncke: Singen, eine menschliche Kulturleistung
- Joachim Bauer: Die Spiegelneurone (Interview)
- Karl Adamek: Singen als primäres psychisches Erfolgsmuster
- E. W. Weber: Wie ist der Mensch zur Sprache gekommen?
- Margrit Vonaesch: Einblicke ins Eltern-Kind-Singen in Strengelbach
- Kristine Fischer: Singen mit Schwangeren



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